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MGI-Schüler werden Zweitzeugen

 

Im Rahmen von „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ führte am Montag, 08.07.2019, der deutschlandweit aktive Verein Heimatsucher am Märkischen Gymnasium Iserlohn einen ganztägigen Workshop mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 8 und 9 durch. Die Heimatsucher haben es sich zur Aufgabe gemacht, Interviews mit Zeitzeugen des Holocausts zu führen und deren Lebensgeschichten weiterzutragen – und damit eben zu Zweitzeugen zu werden. Nach einer kurzen historischen Einordnung sammelten die Schülerinnen und Schüler Bestandteile eines Tags ihres Lebens. Unter der Annahme, dass sie selbst von Verfolgung in der Zeit zwischen 1933 und 1945 betroffen gewesen wären, konnten sie im Anschluss feststellen, dass bei den rechtlichen Regelungen nur ein kleiner Rest ihres Alltags davon übrig bleiben würde

 

 

Die Moderatorinnen Ksenia Eoshina aus Berlin und Verena Schaffik aus Dortmund stellten das Einzelschicksal der Holocaustüberlebenden Erna de Vries vor, bevor die Schülerinnen und Schüler sich selbst die Lebensläufe von Hannah Pick-Goslar, Dr. Leon Weintraub und Elisha Lehman erarbeiteten. So wurden sie selbst zu Zweitzeugen für die Überlebenden.

 

Ein Ziel der Veranstaltung ist die persönliche Kontaktaufnahme. Der Workshop fand einen bewegenden Höhepunkt, als in einem Film gezeigt wurde, wie die Zeitzeugen die Briefe früherer Teilnehmer lasen. Schließlich schrieben die MGI-Schüler selbst einen Brief an einen der vier Überlebenden. Sie nutzten damit die seltene Chance zur direkten Kommunikation.

 

 

Im abschließenden Austausch über den Workshop betonte der Teilnehmer Benjamin Heithoff die Notwendigkeit zur Aufklärung angesichts zunehmender Leugnung des Holocausts. Und Niels Güttler stellte fest, dass er die Geschichten weiter erzählen wolle, damit sich die Ausgrenzung, Verfolgung und letztlich Vernichtung von Menschen heute in unserer Gesellschaft nicht wiederholt.

 

So wurden MGI-Schüler an diesem Tag zu Zweitzeugen.