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Bericht aus Plymouth

Ich lebe nun schon fast fünf Monate in Plymouth in Süd-England. Dort besuche ich die ‚Sixth-Form‘ der ‚Coombe Dean‘ Schule http://www.coombedean.co.uk/ . Die Sixth-Form ist die Oberstufe, in die die Schüler nach dem Abschluss der secondary school mit dem GCSE wechseln. Alternativ kann man auch auf das College wechseln oder eine Ausbildung starten. In der Sixth-Form belegt man 3-4 Fächer, die man frei wählen kann. Man kann von normalen Fächern, wie Mathe oder Biologie bis Architektur oder Englische Literatur wählen. Je nachdem, was die Schule anbietet, kann man auch Tanzen oder Theater wählen. Ich bin für Biologie, Chemie, Science (eine Mischung aus Biologie, Chemie und Physik) und Englische Literatur eingeschrieben. Meine Kursgröße beträgt meistens so um die 10 Schüler. Da hier die Schüler das Fach aktiv gewählt haben, besteht eine ganz andere Motivation. In der Sixth-Form wird man auf die Uni vorbereitet. Es gibt sogenannte study pods, in denen man sich auf den Unterricht vorbereiten kann. Außerdem können wir uns an der Rezeption Laptops ausleihen. Es sind ca. 100 Schüler in der Sixth-Form meiner Schule in 2 Jahrgangsstufen. Vor Beginn des Unterrichts müssen wir uns an der Rezeption eintragen und bei Verlassen des Schulgeländes wieder austragen. Jeder Schüler der Oberstufe muss eine ID Karte mitführen. Eine Schuluniform, wie in der Unterstufe,  ist nicht mehr vorgeschrieben. Meine Schule beginnt um 8:40 Uhr und endet um 15 Uhr. Einmal in der Woche haben wir Tutor. Dort tauscht man alle Informationen aus.

Ich lebe hier in Plymouth in einer englischen Gastfamilie und bekomme so das englische Leben ‚hautnah‘ mit. Dass die Engländer jeden Tag nachmittags Tee time haben, stimmt so nicht, jedoch wird trotzdem viel Tee getrunken, morgens und abends vor dem Schlafengehen. Habt Ihr schon mal Cream Tea probiert? Ich dachte am Anfang, dass dies Tee mit Sahne sei, jedoch ist das Tee mit Milch und dazu reicht man Scones (ein Art Hefeteig nur mit Backpulver) mit Clotted Cream (aufgeschlagene Butter) und Jam. Wenn man dies nachmittags gegessen hat, ist man für den Rest des Tages satt.

Dass mit dem Straßenverkehr ist auch noch so eine Sache. Die Engländer fahren ja auf der linken Seite, was ich am Anfang öfters mal vergessen habe. Als ich mit einer Freundin mit dem Bus zurückfahren wollte, haben wir diesen soeben verpasst. Also haben wir auf den nächsten gewartet. Nach einer Zeit kam der Bus auf der gegenüberliegenden Seite. Erst als dieser auch weggefahren ist, ist uns aufgefallen, dass wir ja auf der falschen Seite warten. Nun hatten wir auch den anderen Bus verpasst.
Dieses Jahr werde ich ein typisch Britisches Weihnachten erleben. In der Vorweihnachtszeit ist mir aufgefallen, dass die Engländer gar keinen Adventskranz kennen und auch Nikolaus ein Fremdwort für sie ist. Jedoch fängt die Weihnachtszeit hier schon Mitte November an.

Bescherung ist morgens am ersten Weihnachtstag. Mittag ist dann das große Weihnachtsessen natürlich mit Truthahn.

Silvester wird hier etwas anders verbracht. Um Mitternacht werden keine Raketen gezündet, sondern mit Löffeln auf Töpfe geschlagen. Generell hat man kaum Feuerwerk gehört und gesehen. Am nächsten Morgen gibt es dann ein ähnliches Mittagessen, wie an Weihnachten.
In zwei Wochen ist mein Abenteuer leider wieder vorbei.

Ich hoffe Ihr seid gut ins neue Jahr gestartet!

Inken Berlin